Heim

* * *

Heim [hai̮m], das; -[e]s, -e:
1. <ohne Plural> jmds. Wohnung, Zuhause (unter dem Aspekt der Geborgenheit, angenehmer Häuslichkeit):
ein eigenes, schönes, gemütliches Heim.
Syn.: Bleibe, Domizil, Haus, Zuhause.
Zus.: Behelfsheim, Eigenheim.
2. Wohnstätte [als öffentliche Einrichtung] für einen bestimmten Personenkreis:
sie wohnt seit ihrem siebzigsten Lebensjahr in einem Heim; er hat seine ganze Kindheit in irgendwelchen Heimen verbracht.
Zus.: Altenheim, Altenwohnheim, Kinderheim, Seniorenheim, Studentenheim, Wohnheim.

* * *

heim 〈Adv.〉 nach Hause [→ Heim]

* * *

heim <Adv.; elliptisch od. verselbstständigt aus unfesten Zusammensetzungen wie heimkommen, heimholen o. Ä.> [mhd., ahd. heim = nach Hause, adv. erstarrter Akk. von Heim]:
wieder nach Hause, in die Heimat zurück.

* * *

I
Heim
 
[althochdeutsch heim, ursprünglich »Ort, wo man sich niederlässt«, »Lager«], im engeren Sinn vorwiegend öffentliche Einrichtung, die der Unterbringung eines bestimmten Personenkreises (z. B. Altenheim, Erziehungsheim, Säuglingsheim, Erholungsheim) oder der Begegnung (z. B. Jugendheim) dient; meist Einrichtungen der Sozial-, Kranken- und Jugendhilfe.
 
II
Heim,
 
1) Albert, schweizerischer Geologe, * Zürich 12. 4. 1849, ✝ ebenda 31. 8. 1937; Schüler von A. Escher von der Linth; ab 1872 Professor an der ETH, 1874-1912 an der Universität Zürich, 1894-1925 Präsident der Schweizerischen Geologischen Kommission; einer der bedeutendsten Alpengeologen, ab 1902 Verfechter der Deckentheorie, die er mit der Kontraktion der Erdkruste begründete.
 
Werke: Untersuchungen über den Mechanismus der Gebirgsbildung, 2 Bände (1878, mit Atlas); Geologie der Schweiz, 2 Bände (1918-22).
 
 2) Georg, bayerischer Bauernführer und Politiker, * Aschaffenburg 24. 4. 1865, ✝ Würzburg 17. 8. 1939; 1897-1912 Mitglied des Landtags in Bayern, 1898-1912 Mitglied des Reichstags.. Heim wurde zum Vertreter der bäuerlichen Interessen innerhalb des Zentrums. 1918 war er einer der Gründer der Bayerischen Volkspartei (BVP) und befürwortete die Bildung eines Württemberg, Bayern und Deutschösterreich zusammenfassenden Donaustaates. Heim gehörte 1919 der Weimarer Nationalversammlung an, 1920-24 war er Mitglied des Reichstags (BVP). Er stimmte gegen die Weimarer Reichsverfassung; 1932 setzte er sich für die Rückkehr der Wittelsbacher nach Bayern ein und forderte für das Reich die Einführung eines Pluralwahlrechts; beides sollte als Abwehr gegen die NSDAP dienen.
 
 3) Karl, evangelischer Theologe, * Frauenzimmern (heute zu Güglingen, Landkreis Heilbronn) 20. 1. 1874, ✝ Tübingen 30. 8. 1958; 1914 Professor für systematische Theologie in Münster, 1920-39 in Tübingen; versuchte als einer der wenigen evangelischen Theologen des 20. Jahrhunderts das christliche Erbe (des schwäbischen Pietismus) mit dem neuzeitlichen naturwissenschaftlichen Denken zu verbinden (»Der evangelische Glaube und das Denken der Gegenwart«, 1931-52, 6 Bände).

* * *

Heim, das; -[e]s, -e [mhd., ahd. heim, urspr. = Ort, wo man sich niederlässt, Lager]: 1. <Pl. selten> jmds. Wohnung, Zuhause (unter dem Aspekt von Geborgenheit, angenehmer Häuslichkeit): ein eigenes, behagliches, stilles, trautes H.; das H. schmücken; jmdm. ein gemütliches H. einrichten; in ein neues H. einziehen; wenn ... alles nach Annehmlichkeiten strebt, nach Autos, aufwendigen -en, Musiktruhen, Fernsehapparaten (Dönhoff, Ära 40). 2. a) öffentliche Einrichtung, die der Unterbringung eines bestimmten Personenkreises (z. B. Alte, Kranke, schwer erziehbare Jugendliche) dient: ein H. für Obdachlose; das H. wurde aufgelöst; aus einem H. entlassen werden; in ein H. kommen, eingewiesen werden; im H. leben; sie ist in drei -en gewesen; ... konnte auch hier jeder Student, der darum bat, Unterkunft im H. der Hochschule erhalten (Leonhard, Revolution 71); b) öffentliche Einrichtung, die der Unterbringung von Erholungsuchenden dient: die -e des Müttergenesungswerks; die Kinder wurden in ein H. des DRK verschickt; c) Gebäude, in dem ein ↑Heim (2 a, b) untergebracht ist: das H. ist abgebrannt; d) Haus für Veranstaltungen, Zusammenkünfte eines Klubs od. Vereins: ein neues H. errichten, bauen.

Universal-Lexikon. 2012.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Heim — (et) …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • heim — heim …   Kölsch Dialekt Lexikon

  • Heim- — Heim …   Deutsch Wörterbuch

  • Heim —  Heim …   Hochdeutsch - Plautdietsch Wörterbuch

  • Heim — steht für: Wohnsitz, den Ort vorrangigen Lebensinteresses Heimat, das Konzept von „Zuhause“ die Kurzform für Altenheim die Kurzform für Pflegeheim das Kurzwort für verschiedene meist soziale und fürsorgliche Einrichtungen, siehe Heimerziehung… …   Deutsch Wikipedia

  • -heim — ist ein häufiger Bestandteil von Ortsnamen. Er bezieht sich meist auf die Wohnstätte einer namentlichen Person. Inhaltsverzeichnis 1 Namenkunde 2 Namensvarianten 3 Verbreitung 4 Beispiele …   Deutsch Wikipedia

  • Heim — Heim: Das gemeingerm. Wort mhd., ahd. heim »Haus, Wohnort, Heimat«, got. haims »Dorf«, engl. home »Haus, Wohnung, Aufenthaltsort, Heimat«, schwed. hem »Haus, Wohnung, Heimat«, mit dem in anderen idg. Sprachen z. B. griech. kō̓mē »Dorf« und die… …   Das Herkunftswörterbuch

  • Heim — is the German equivalent of the English word home . It is a common German and Norwegian suffix in place names (for example Mannheim and Trondheim), and may refer to: * Heim, Norway, a village and former municipality in Sør Trøndelag county(In… …   Wikipedia

  • Heim — das; (e)s, e; 1 nur Sg; das Haus oder die Wohnung, in dem / der jemand lebt (und sich wohl fühlt) ≈ Zuhause <ein behagliches, gemütliches, trautes Heim>: Sie richtete sich ihr Heim geschmackvoll ein 2 ein eigenes Heim das Haus, das einem… …   Langenscheidt Großwörterbuch Deutsch als Fremdsprache

  • Heim — Heim, ein Nebenwort des Ortes, welches im Hochdeutschen nur im gemeinen Leben üblich ist, zu Hause oder nach Hause bedeutet, und diejenigen Zeitwörter begleitet, welche eine Bewegung nach einem Ort bedeuten, da es denn nicht nur das Wohnhaus,… …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

  • heim — Adv std. (9. Jh.), mhd. heim, ahd. heim Stammwort. Aus g. * haiman (so wohl als adverbialer Akkusativ anzusetzen) heim , auch in anord. heima, ae. hām.    Ebenso ne. home, nschw. hem, nisl. heima; einheimsen, Heim. ✎ Röhrich 2 (1992), 690f. west… …   Etymologisches Wörterbuch der deutschen sprache

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”

We are using cookies for the best presentation of our site. Continuing to use this site, you agree with this.